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Endlich wieder online! Hat etwas gedauert, da es in Namibia kein G3 gibt und wireless connections in den Hotels und Internetcafes kaum existieren. Nun geht's mit Kapstadt weiter.
27.02.2006
Ich beginne zu schwächeln, habe keine Lust mehr auf Busfahren und angucken. So skippe ich die Stadtbesichtigung und nehme meinen "Personal day". Leider ist es wieder bedeckt und beginnt später auch noch zu regnen. So kann ich den geplanten Gleitschirmflug knicken.
Also beginne ich den Tag mit einem kleinen Frühstück im Hotel. Anschließend suche ich mir ein Internetcafe. Leider habe ich noch keines mit einer konstanten IP Adresse gefunden. Den letzten PC mit konstanter IP Adresse hatte ich in Wilderness. Dort habe ich dann auch direkt 150 Photos hochgeladen.
Nachdem ich kurz noch die Homepage gepflegt habe, habe ich mir einen Optometer gesucht, der mir meine Brille repariert. Ich lief nämlich seit etwa 5 Tagen mit nur einem Nasenpad rum. Das wurde nun allerdings zu schmerzhaft und so besuchte ich einen Optiker. Als ich mich verabschiedete bat er um 10 Rand (etwa 1,30 EUR) für die Pads. Was soll ich Euch sagen, natürlich hatte ich kein Geld dabei. Da ich schlecht meine Brille als Pfand dort lassen konnte, zückte ich meine Kreditkarte. Ich kam mir schon ein bischen blöd vor.
Danach bin ich in ein Cafe gegangen und habe einen leckeren Macciato getrunken, Zeitung gelesen, die Menschen um mich rum beobachtet und mein Alleinsein genossen.
Gegen 13h war ich wieder im Hotel und bereitete mich aufs joggen vor. Der Wassertank wurde wieder mit 3 Litern bis zum Anschlag gefüllt. Mobiltelefon und - Geld wurde für den Notfall eingepackt.
Also lief ich runter zum Strand und am selbigen etwa 5 km entlang. Ihr erinnert Euch sicher, dass ich auf den Lions Head laufen wollte. Also bog ich rechts ab, um den Berg hochhzulaufen. Was ich unterschätzt habe, ist die Strassenführung. Es ging mehrmals bergauf und bergab bevor der Anstieg endgültig begann. Nach etwa 10 km ging es nur noch bergauf. Das war wirklich anstrengend. Die Straße ging in einen Trail über und führte mich durch ein zwei Wochen zuvor abgebrannten Hang. Das war eher unangenehm. Dünnere Luft als am Strand und dann noch der intensive Duft der verbrannten Vegitation.
Der Trail wurde immer schlechter. Ich mußte aufhören zu joggen, da viele Steine auf meinem Weg lagen. Je höher ich kam, desto nebliger wurde es, desto schmaler wurde der Pfad und desto steiler ging es dirkt neben dem Pfad bergab. Es wurde mir mulmig. Dann fing es auch noch an zu regnen. Mittlerweile war ich über zweieinhalb Stunden unterwegs. Nachdem ich dann im Nebel und Regen die Orientierung verlor, habe ich beschlossen die nächste Möglichkeit bergab zu laufen.
Da das Glück manchmal mit den Dummen ist, fand ich eine geteerte Straße. "Gerettet", dachte ich mir. "Jetzt läufst Du nur noch bergab und selbst wenn Du jetzt zusammenbrichst, hast Du gut Chancen, dass irgendjemand dich findet und rettet". Nach einem weiteren Kilometer lernte ich, dass es nicht ins Tal geht nur weil die Strasse mal eine Zeit lang bergab geht. Also die Straße führte bergauf.
Nach 3 Stunden und 15 Minuten und etwa 20 km kam ich wieder ins Hotel. Alles in allem bin ich davon etwa 2h45 gejoggt, davon wiederum mindestens die halbe Zeit bergauf. Ich fühlte mich toll. Völlig fertig zwar aber sehr glücklich. Wenn ich am nächsten Tag keinen Muskelkater haben wollte, brauchte ich dringend eine Fuß- und Beinmuskulaturmassage.
Ich fand also über Rezeption eine Massagepraxis und ließ mich eine Stunde lang verwöhnen. Meine Masseurin ist Afrikanerin und war sogar schon mal 6 Monate in Bremen zur Ausbildung.
In der Nacht habe ich sehr gut und lange geschlafen, auch wenn ich mit einem kleinen Bedauern wegen des Gleitschirmfluges eingeschlafen bin.
28.02.2006
Heute steht der Höhepunkt in Kapstadt auf dem Programm: eine Rundfahrt auf der Kaphalbinsel. Der erste Stop ist in einem kleinen Ort an der Küste, wo wir ein Boot besteigen und zu einer Robbeninsel fahren. Ist ganz witzig aber auch nichts was mich umhaut.
Dann geht’s zum Kap der guten Hoffnung. Das ist allerdings schwer beeindruckend. Auch hier gibt’s wild lebende Tiere wie der Klippenspringer, Strausse, Paviane, Ratten und dergleichen. Ich beschliesse mit 5 anderen das Kap zu Fuss zu erklimmen. Immerhin, am Meer startend, 387 Meter senkrecht nach oben. Ich betrachtete diese Übung als "Auslaufen - wie die Fußballspieler nach einem schwierigen Championsleague Spiel inklusive Verlängerung und Elfmeterschiessen" ;-)
Es war ein Anstieg von etwa 2h. Ich kann Euch sagen, als ich oben ankam waren meine Muskeln übersäuert, ich zwei Kilo leichter und mein Körper schwang die weisse Fahne (ist der denn völlig verrückt geworden?).
Der Blick, rechts in den Pacific und links in den Indischen Ozean, entschädigt allerdings für alles. Es ist atemberaubend dort zu stehen. Wieviele hundert Schiffe sind hier gesunken, am Cap zerschellt?
Es war wirklich einer der Höhepunkte auf der Reise.
Auf dem Rückweg haben wir noch viel schöne Natur und jede Menge Pinguine gesehen.
Am Abend hben wir im 21. Stock des Ritz Hotels zu Abend gegessen. Es war ganz lustig, weil wir in einem Drehrestaurant saßen und um uns herum in einzelnen Stadtteilen wieder einmal der Strom ausfiel. Naturlich habe sich einige von uns bereits Sorgen gemacht die 21 Stockwerke nach unten laufen zu müssen. Ich hingegen betrachtet es wie das "Auslaufen am Tag nach einem schweren Cham........"
1.03.2006
Am Mittwoch stand die Reise von Kapstadt nach Windhoek in Namibia an. Wir fuhren gegen 8h im Hotel los, checkten am Flughafen 30 Minuten später ein und flogen gegen 10.30h ab. Auf dem Flug lernte ich einen Amerikaner kennen. Er ist Autor und Redakteur und war für Greenpeace in Kapstadt. Er hat von seinen Reisen durch die Welt berichtet unter anderem zwei Monate Grönland.
Ich habe ihm faziniert zugehört. Als ich das Verhalten der Bushadministration zu Kyoto ansprach, zählte er einige Beispiele auf wo gerade Bush junior sich sehr für die Umwelt einsetzt. Es überzeugte mich nicht.
Am Nachmittag machen wir unsere Stadtrundfahrt. Das erste was mir auffällt, ist die Sauberkeit Namibias. Deutsch Südwest, wie es bis zum verlorenen ersten Weltkrieg hieß, ist wirklich die mit Abstand sauberste Stadt, nach Luxemburg, die ich bislang sah. Der Dreck im sonstigen Afrika hat mich oft an Deutschland erinnert. Insbesondere das Autobahnteilstück Mesenich - Trier. Dort sieht es genauso dreckig aus. Wenn man dort den Müll sammeln würde, käme man allein bis zur Abfahrt Trier sicher auf ein paar Zentner.
Morgen geht es über einen 2000m hohen Pass und durch die Namib Wüste nach Swakopmund an die Küste Namibias.
Das wird ein Spaß!
27.02.2006
Ich beginne zu schwächeln, habe keine Lust mehr auf Busfahren und angucken. So skippe ich die Stadtbesichtigung und nehme meinen "Personal day". Leider ist es wieder bedeckt und beginnt später auch noch zu regnen. So kann ich den geplanten Gleitschirmflug knicken.
Also beginne ich den Tag mit einem kleinen Frühstück im Hotel. Anschließend suche ich mir ein Internetcafe. Leider habe ich noch keines mit einer konstanten IP Adresse gefunden. Den letzten PC mit konstanter IP Adresse hatte ich in Wilderness. Dort habe ich dann auch direkt 150 Photos hochgeladen.
Nachdem ich kurz noch die Homepage gepflegt habe, habe ich mir einen Optometer gesucht, der mir meine Brille repariert. Ich lief nämlich seit etwa 5 Tagen mit nur einem Nasenpad rum. Das wurde nun allerdings zu schmerzhaft und so besuchte ich einen Optiker. Als ich mich verabschiedete bat er um 10 Rand (etwa 1,30 EUR) für die Pads. Was soll ich Euch sagen, natürlich hatte ich kein Geld dabei. Da ich schlecht meine Brille als Pfand dort lassen konnte, zückte ich meine Kreditkarte. Ich kam mir schon ein bischen blöd vor.
Danach bin ich in ein Cafe gegangen und habe einen leckeren Macciato getrunken, Zeitung gelesen, die Menschen um mich rum beobachtet und mein Alleinsein genossen.
Gegen 13h war ich wieder im Hotel und bereitete mich aufs joggen vor. Der Wassertank wurde wieder mit 3 Litern bis zum Anschlag gefüllt. Mobiltelefon und - Geld wurde für den Notfall eingepackt.
Also lief ich runter zum Strand und am selbigen etwa 5 km entlang. Ihr erinnert Euch sicher, dass ich auf den Lions Head laufen wollte. Also bog ich rechts ab, um den Berg hochhzulaufen. Was ich unterschätzt habe, ist die Strassenführung. Es ging mehrmals bergauf und bergab bevor der Anstieg endgültig begann. Nach etwa 10 km ging es nur noch bergauf. Das war wirklich anstrengend. Die Straße ging in einen Trail über und führte mich durch ein zwei Wochen zuvor abgebrannten Hang. Das war eher unangenehm. Dünnere Luft als am Strand und dann noch der intensive Duft der verbrannten Vegitation.
Der Trail wurde immer schlechter. Ich mußte aufhören zu joggen, da viele Steine auf meinem Weg lagen. Je höher ich kam, desto nebliger wurde es, desto schmaler wurde der Pfad und desto steiler ging es dirkt neben dem Pfad bergab. Es wurde mir mulmig. Dann fing es auch noch an zu regnen. Mittlerweile war ich über zweieinhalb Stunden unterwegs. Nachdem ich dann im Nebel und Regen die Orientierung verlor, habe ich beschlossen die nächste Möglichkeit bergab zu laufen.
Da das Glück manchmal mit den Dummen ist, fand ich eine geteerte Straße. "Gerettet", dachte ich mir. "Jetzt läufst Du nur noch bergab und selbst wenn Du jetzt zusammenbrichst, hast Du gut Chancen, dass irgendjemand dich findet und rettet". Nach einem weiteren Kilometer lernte ich, dass es nicht ins Tal geht nur weil die Strasse mal eine Zeit lang bergab geht. Also die Straße führte bergauf.
Nach 3 Stunden und 15 Minuten und etwa 20 km kam ich wieder ins Hotel. Alles in allem bin ich davon etwa 2h45 gejoggt, davon wiederum mindestens die halbe Zeit bergauf. Ich fühlte mich toll. Völlig fertig zwar aber sehr glücklich. Wenn ich am nächsten Tag keinen Muskelkater haben wollte, brauchte ich dringend eine Fuß- und Beinmuskulaturmassage.
Ich fand also über Rezeption eine Massagepraxis und ließ mich eine Stunde lang verwöhnen. Meine Masseurin ist Afrikanerin und war sogar schon mal 6 Monate in Bremen zur Ausbildung.
In der Nacht habe ich sehr gut und lange geschlafen, auch wenn ich mit einem kleinen Bedauern wegen des Gleitschirmfluges eingeschlafen bin.
28.02.2006
Heute steht der Höhepunkt in Kapstadt auf dem Programm: eine Rundfahrt auf der Kaphalbinsel. Der erste Stop ist in einem kleinen Ort an der Küste, wo wir ein Boot besteigen und zu einer Robbeninsel fahren. Ist ganz witzig aber auch nichts was mich umhaut.
Dann geht’s zum Kap der guten Hoffnung. Das ist allerdings schwer beeindruckend. Auch hier gibt’s wild lebende Tiere wie der Klippenspringer, Strausse, Paviane, Ratten und dergleichen. Ich beschliesse mit 5 anderen das Kap zu Fuss zu erklimmen. Immerhin, am Meer startend, 387 Meter senkrecht nach oben. Ich betrachtete diese Übung als "Auslaufen - wie die Fußballspieler nach einem schwierigen Championsleague Spiel inklusive Verlängerung und Elfmeterschiessen" ;-)
Es war ein Anstieg von etwa 2h. Ich kann Euch sagen, als ich oben ankam waren meine Muskeln übersäuert, ich zwei Kilo leichter und mein Körper schwang die weisse Fahne (ist der denn völlig verrückt geworden?).
Der Blick, rechts in den Pacific und links in den Indischen Ozean, entschädigt allerdings für alles. Es ist atemberaubend dort zu stehen. Wieviele hundert Schiffe sind hier gesunken, am Cap zerschellt?
Es war wirklich einer der Höhepunkte auf der Reise.
Auf dem Rückweg haben wir noch viel schöne Natur und jede Menge Pinguine gesehen.
Am Abend hben wir im 21. Stock des Ritz Hotels zu Abend gegessen. Es war ganz lustig, weil wir in einem Drehrestaurant saßen und um uns herum in einzelnen Stadtteilen wieder einmal der Strom ausfiel. Naturlich habe sich einige von uns bereits Sorgen gemacht die 21 Stockwerke nach unten laufen zu müssen. Ich hingegen betrachtet es wie das "Auslaufen am Tag nach einem schweren Cham........"
1.03.2006
Am Mittwoch stand die Reise von Kapstadt nach Windhoek in Namibia an. Wir fuhren gegen 8h im Hotel los, checkten am Flughafen 30 Minuten später ein und flogen gegen 10.30h ab. Auf dem Flug lernte ich einen Amerikaner kennen. Er ist Autor und Redakteur und war für Greenpeace in Kapstadt. Er hat von seinen Reisen durch die Welt berichtet unter anderem zwei Monate Grönland.
Ich habe ihm faziniert zugehört. Als ich das Verhalten der Bushadministration zu Kyoto ansprach, zählte er einige Beispiele auf wo gerade Bush junior sich sehr für die Umwelt einsetzt. Es überzeugte mich nicht.
Am Nachmittag machen wir unsere Stadtrundfahrt. Das erste was mir auffällt, ist die Sauberkeit Namibias. Deutsch Südwest, wie es bis zum verlorenen ersten Weltkrieg hieß, ist wirklich die mit Abstand sauberste Stadt, nach Luxemburg, die ich bislang sah. Der Dreck im sonstigen Afrika hat mich oft an Deutschland erinnert. Insbesondere das Autobahnteilstück Mesenich - Trier. Dort sieht es genauso dreckig aus. Wenn man dort den Müll sammeln würde, käme man allein bis zur Abfahrt Trier sicher auf ein paar Zentner.
Morgen geht es über einen 2000m hohen Pass und durch die Namib Wüste nach Swakopmund an die Küste Namibias.
Das wird ein Spaß!
Dirkvdb - 9. Mär, 11:59

